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Was sind eigentlich Content-Management-Systeme?

Definition

Content-Management-Systeme

Ein Content-Management-System, auch kurz CMS, ist ein Programm mit dessen Hilfe Inhalte (Content) erstellt, bearbeitet und organisiert werden können, meistens zur Verwendung auf Websites. Der Content kann dabei aus verschiedenen Medienformaten bestehen, wie z.B. Texte, Bilder oder Videos.

Der große Vorteil von CMS besteht darin, dass man sie im Grunde komplett ohne Programmiererfahrung nutzen kann, da sie über grafische Benutzeroberflächen verfügen und es so nahezu allen Nutzern ermöglicht eine Website nach ihren Wünschen aufzubauen.

Auswahl

Welches CMS sollte man benutzen?

Bei der Frage für welches CMS man sich entscheiden sollte, ist zuerst wichtig zwischen Web-Content-Management, Blog Publishing/News und Social Publishing/Communities zu unterscheiden. Die Wahl des Anwendungsfeldes beeinflusst dann anschließend auch die Wahl des am besten passenden System.

Hier kann man auch noch zwischen proprietären Lösungen und Open-Source-Software unterscheiden. Bei quelloffenen CMS ist der Programmcode frei zugänglich, sodass jeder Nutzer die Möglichkeit hat das Programm individuell anzupassen. Außerdem fallen hier oft keine Lizenzkosten an, da sie von großen Projekt-Communities entwickelt werden.
Proprietäre Systeme werden im Gegensatz dazu von einem bestimmten Unternehmen entwickelt und stehen in der Regel nicht kostenfrei zur Verfügung. Außerdem besteht hier nicht die Möglichkeit den Quellcode einzusehen.

Vergleich

Die beliebtesten CMS

Bei den quelloffenen CMS ist WordPress mit Abstand das beliebteste System, weltweit basieren über 35% der Webseiten auf dem Open-Source-Projekt. Das lässt sich auch an den umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten erkennen, es gibt mehr als 50.000 Plug-ins für WordPress und außerdem zahlreiche Designvorlagen. Weiterhin ist es mit der „Fünf-Minuten-Installation“ sehr einfach zu installieren, also vor allem gut für Anfänger mit kleinen, einfachen Websites geeignet.
Kritisiert wird jedoch, dass WordPress aufgrund seiner Verbreitung oft Ziel von Hackerangriffen wird und Nutzer so häufig Sicherheitsupdates installieren müssen, die nicht immer direkt mit den verwendeten Erweiterungen kompatibel sind. Außerdem stellt WordPress bei komplexen Projekten hohe Anforderungen an den Server, weshalb hier lieber auf andere CMS zurückgegriffen werden sollte.

WordPress ist das mit Abstand beknnateste und beliebteste CMS

Nach WordPress ist auch TYPO3 ein sehr bekanntes Open-Source-CMS, was vor allem für große Unternehmens-Portale und E-Commerce-Plattformen interessant ist. Es verfügt über eine große Community und außerdem zahlreiche professionelle Anbieter, die Support für Business-Anwender anbieten. Der professionelle Einsatz von TYPO3 erfordert jedoch bestimmte Vorkenntnisse und einen vergleichsweise hohen Administrationsaufwand, weshalb es sich überwiegend für komplexe Projekte mit erfahrenen IT-Fachleuten eignet.

Typo3 ist vor allem für professionelle Anwender gedacht

Wer nach einer einfachen Alternative zu WordPress sucht sollte einen Blick auf Joomla! Werfen, die mit fast 5 Prozent Marktanteil auf Platz zwei im CMS-Markt stehen. Vor allem Anfänger profitieren von der umfangreichen Dokumentation und dem aktiven Nutzerforum. Ähnlich wie bei WordPress gibt es auch hier zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten und Designs und es lassen sich eigene Erweiterungen schreiben, die man auch mit der Community teilen kann. Kritikpunkte sind die teilweise lückenhafte Rechteverwaltung und Erweiterungen, die nicht immer kostenlos zur Verfügung stehen.

Joomla! ist nach WordPress das zweitbeliebteste CMS

Installation

Wie installiere ich das System?

Die Installation ist von System zu System unterschiedlich, im Folgenden werde ich diese exemplarisch mit WordPress durchführen. Als Voraussetzung für die Installation eines CMS ist zunächst eine Domain und ein Webhosting-Paket notwendig, auf der das System später läuft. Für eine professionelle Website empfiehlt es sich außerdem ein SSL-Zertifikat einzurichten, damit die Verbindung zwischen Server und User verschlüsselt ist.

SSL steht für „Secure-Sockets-Layer“ und verschlüsselt die Daten, die zwischen User und Server transportiert werden. Ob eine Website verschlüsselt ist, erkennt man an dem „https://“ in der URL-Zeile des Browsers.

SSL sorgt für eine sichere Verbindung zum Server

Als erster Schritt für ein CMS sollte eine Datenbank angelegt werden, auch wenn Systeme wie Kirby ohne diese auskommen, ist es für die meisten anderen CMS notwendig.

Eine Datenbank ist die Grundlage für die meisten CMS

Anschließend findet man auf der offiziellen WordPress Website den Download für das System. Die ZIP-Datei muss daraufhin noch entpackt werden.

WordPress bietet sein CMS kostenlos zum Download an

Um die am Anfang erstellte Datenbank mit WordPress zu verbinden, muss man im entpackten Ordner nach der Datei wp-config-sample.php suchen und diese in
wp-config.php umbenennen. Danach muss diese in einem Code-Editor wie z.B. Brackets oder Visual Studio Code geöffnet werden.

In der Datei müssen nun folgende Daten geändert werden:

Schritt für Schritt wird erklärt welche Daten geändert werden müssen

Wie in der Datei auch schon beschrieben, müssen der Name der Datenbank, der Benutzername und das Passwort hier eingefügt werden. Ebenfalls wichtig sind die Sicherheitsschlüssel, die man unter diesem Link generieren lassen kann. Diese müssen ebenfalls die Platzhalter in der Config-Datei ersetzen.

Hier müssen die genrierten Sicherheitscodes eingesetzt werden

Nachdem diese Schritte erledigt sind, können die WordPress-Dateien per FTP auf den Server geladen werden. Wie bereits im Tutorial zum Thema Website hochladen beschrieben, wird dafür ein FTP-Programm wie z.B. FileZilla benötigt. Nachdem die Serverdaten, wie Server, Port, Benutzername und Passwort eingeben wurden, kann man in das Verzeichnis navigieren, dass der Domain zugeordnet ist, auf der die WordPress-Seite später laufen soll.
Hier müssen nun alle Dateien aus dem heruntergeladenen WordPress-Verzeichnis herein kopiert werden. Fertig!

Über FTP werden die Dateien auf den Server geladen

Abschließend kann die Domain aufgerufen werden, hier muss man nur noch den Anweisungen von WordPress folgen und die benötigten Daten eintragen, um einen Account zur Verwaltung der Website zu erstellen. Mit diesem kann man sich später unter https://die-domain.de/wp-login.php einloggen.

Aufbau

Wie funktioniert ein CMS?

Wie in der Grafik zu erkennen, besteht ein CMS aus den beiden Hauptbestandteilen CMA und CDA. Das CMA ist das grafische Interface, in dem der Inhalt der Website erstellt werden kann, ohne programmieren zu müssen. Sobald dieser fertiggestellt ist, wird der Inhalt mit PHP in die Datenbank geladen und in einzelnen Tabellen gespeichert. Wenn die Website nun aufgerufen wird, kommt das CDA ins Spiel. Mithilfe von PHP wird der Inhalt wieder aus der Datenbank gezogen und als fertige Website im Browser dargestellt.

Ein CMS besteht grundsätzlich aus CMA und CDA

Unternehmen

Welche CMS werden von wem benutzt?

Viele große Unternehmen benutzen content management systeme, wie z.B. BBC America mit einem simplen, und auf Fotos basiertem Layout, um das Programm visuell darzustellen, hier wird WordPress benutzt. Auch Sony setzt auf sonymusic.com auf WordPress, um die verschiedenen Medienformate anschaulich darzustellen.
Das CMS Drupal wird z.B. von eBays corporate Website, Pinterests Business site und auf der Developer Seite von Twitter benutzt. Der Vorteil besteht darin, dass die Unternehmen sich so mehr auf ihre eigentliche Social Media Plattformen konzentrieren können und mit Drupal einfach Inhalte und Anleitungen zum Umgang mit der API bereitstellen können.

Drupal hilft Twitter bei der Entwicklungs-Organisation

Fazit

Für wen macht ein CMS Sinn?

Ein CMS macht generell in vielen verschiedenen Situationen Sinn. WordPress ist z.B. für Website-Anfänger geeignet, die z.B. einen Blog erstellen möchten, um die Beiträge einfach und visuell ansprechend online zu stellen. Komplexere Systeme eignen sich besonders für Start-Ups, die z.B. eine Website mit User-Interaktion veröffentlichen möchten, um das gesamte System nicht komplett von Grund auf neu programmieren zu müssen und die verschiedenen Inhalte einfacher zu managen.
Auch für kleinere Unternehmen macht ein CMS Sinn, da man so einen deutlich geringeren Aufwand für die Administration der Website betreiben muss, da nicht alles selber programmiert werden muss und so schnell ein professioneller Internetauftritt geschaffen werden kann, der in der heutigen digitalen Welt oft den Grundstein setzt um erfolgreich zu werden.

Auch wenn ich die Vor- und Nachteile schon teilweise angesprochen habe, werde ich diese hier noch einmal auflisten.

Vorteile

  1. Es sind kaum bis keine Programmierkenntnisse notwendig, um ein CMS zu verwenden, das ist bei einer statischen Website grundlegend erforderlich.
  2. Der Aufwand bei Änderungen ist deutlich kleiner, durch die dynamische Struktur muss z.B. bei einer Design Änderung nicht jede Unterseite einzeln aktualisiert werden.
  3. Ein CMS bietet viele bereits eingebaute Funktionen, wie die Erstellung von mehreren Nutzern mit Rechteverteilung, was auch zur Sicherheit der Website beiträgt. Außerdem ist es leicht die Funktionalität durch Plug-Ins zu erweitern. Diese einfache Organisation erleichtert vor allem größere Projekte, die mit statischen Websites organisatorisch kaum umzusetzen sind.

Nachteile

  1. Bei Webprojekten mit geringem Umfang lohnt sich ein CMS oft nicht. Wenn z.B. nur eine Landing-Page vorhanden ist, ist es oft einfacher die Website selbst zu erstellen, um sie auch genau nach seinen Wünschen planen zu können.
  2. Auch wenn der Umgang mit einem CMS oft sehr intuitiv und einfach zu erlernen ist, muss man ihn trotzdem erlernen, um schnell damit arbeiten zu können. Dieser Lernprozess unterscheidet sich von System zu System und kann unterschiedlich lange dauern.
  3. Für ein CMS sind außerdem bestimmte Servervoraussetzungen notwendig, wie PHP oder eine Datenbank. Diese gehören allerdings heutzutage zu fast jedem Hosting-Paket dazu.

Google Analytics

Was bringt Google Analytics in Ver­bindung mit einem CMS?

Die Einrichtung von Google Analytics kann helfen, um die SEO-Angepasstheit der Website zu überprüfen. Auch wenn viele Systeme automatisch für Suchmaschinen optimiert sind, kann so die Wirksamkeit analysiert werden und besonders für kleinere Unternehmen ist es wichtig, um die eigene Reichweite zu steigern. Mehr zu Suchmachinenoptimierung gibt es hier.